Von der Kampfarena aufs städtische Straßenpflaster
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Die Englische Bulldogge war ursprünglich ein für den Stierkampf eingesetzter Hund (Bullbaiting). Sie musste den Stier in die Nase beißen und nicht mehr loslassen. Der erste Bericht über Bullbaiting in England geht auf das 12. Jahrhundert zurück. In der Stadt Stamford wurden Stiere von den Metzgerhunden durch die Straßen der Stadt verfolgt.
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Die Grundlagen ihrer Zucht gehen auf diese Epoche zurück: eine kurze, breite Nase, um atmen zu können, ohne die Beute loszulassen; Falten am Hals, um wichtige Organe zu schützen; kurze, kräftige Gliedmaßen, die ihr Stabilität verleihen und sie außer Reichweite der Stierhörner halten.
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Das „Bullbaiting” wird so beliebt, dass jede Stadt in England ihren eigenen „Bullring”, eine Art Kampfarena, hat. Im Lauf der Jahrhunderte erhoben sich Proteststimmen gegen die Grausamkeit dieser Kämpfe, die schließlich gehört wurden. Im Jahr 1835 erließ das Parlament ein Verbot gegen Tierkämpfe. Auch wenn sie illegal fortgesetzt wurden, so führte das allmähliche Verschwinden dieser Kämpfe fast zur Ausrottung der Bulldogge.
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Zum Glück waren einige englische Hundeliebhaber nicht bereit, auf ihren nationalen Molossoiden und seine zahlreichen Qualitäten zu verzichten. Die Züchter förderten das Wiederaufleben der Rasse und wählten Hunde für ihren guten Charakter, wobei die Muskulatur noch stärker betont wurde. Bestimmte Rassen wurden mit der Bulldogge gekreuzt und ergaben den Bullmastiff oder den Bullterrier.
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Die Englische Bulldogge liegt am Ursprung der modernen Hundezucht, denn ihr Standard wurde als erster verfasst, und zwar im Jahr 1876 aufgrund einer Initiative des 1875 gegründeten Bulldog Club.
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In weniger als einem Jahrhundert ist die Bulldogge zu einem sanftmütigen, lieben Tier geworden, auch wenn sie nichts von ihrem unwirschen Erscheinungsbild und ihrer sportlichen Muskulatur eingebüßthat.
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Ihre Charakterfestigkeit, ihre Umgänglichkeit und ihre Anhänglichkeit sind ihre markantesten Charakterzüge. Sie liebt alle Mitglieder der Familie, aber ganz besonders die Kinder, zu denen sie sich natürlich hingezogen fühlt. Sie hat ein weiches Gemüt, auch wenn sie mit ihrem mürrischen Gesichtsausdruck den Passanten Furcht einflößen kann.
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Die Bulldogge wirkt abschreckend auf Eindringlinge, hat einen guten Wachinstinkt, ist aber eigentlich kein richtiger Wachhund. Sie ist jedoch gegenüber allem in ihrer Umgebung sehr aufmerksam und dominierend zu Artgenossen, auch auf deren eigenem Territorium. Sie ist sehr charakterfest und ausgesprochen starrköpfig. Wenn sie der Ansicht ist, dass sie zu Unrecht bestraft wurde, kann sie mehrere Tage lang schmollen. Mit der Erziehung des Welpen muss sehr frühzeitig begonnen werden, damit der möglichst bald weiß, was „nein“ bedeutet. Erziehung und ein Höchstmaß an Erfahrungen und Begegnungen mit allen Umweltsituationen ermöglichen es, eventuelle Konflikte abzuschwächen.
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